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Berufsausbildungsverhältnis nach der Probezeit kündigen

Sie können als Arbeitgeber einem Auszubildenden noch nach Ablauf der Probezeit kündigen, jedoch nur fristlos. Dafür muss ein wichtiger Grund vorliegen.

Hinweis: In vielen Fällen können frühzeitige Gespräche mit den Auszubildenden, der Jugendvertretung oder dem Betriebsrat helfen, Probleme zu beseitigen. Hilfestellung bieten auch die Ausbildungsberater und Ausbildungsberaterinnen der für die Ausbildung zuständigen Stellen. Beratung und Hilfe zum Umgang mit problematischen Auszubildenden erhalten Sie auch bei Kammern oder Innungen und Berufsschulen.

Ein besonderer Kündigungsschutz gilt für

  • Angehörige der Jugendvertretung,
  • Wehrdienstleistende,
  • Schwangere,
  • Auszubildende in Elternzeit und
  • Menschen mit schweren Behinderungen.

Generelle Zuständigkeit:

für die Austragung aus dem Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse: die für Ihr Unternehmen für die Ausbildung zuständige Stelle (Kammer oder Regierungspräsidium), die auch den Ausbildungsvertrag eingetragen hat

Voraussetzungen:

Voraussetzungen für die Kündigung von Auszubildenden nach der Probezeit sind:

  • Die Kündigung erfolgt fristlos und aus wichtigem Grund. Ein wichtiger Grund liegt dann vor, wenn die Fortsetzung der Ausbildung bis zu ihrem Ende nicht zumutbar ist unter
    • Berücksichtigung aller Umstände des jeweiligen Einzelfalles und
    • Abwägung der Interessen der Vertragsparteien (Ausbildungsbetrieb und Auszubildende).
      Je weiter fortgeschritten die Ausbildung ist, umso strenger sind die Anforderungen an den Kündigungsgrund. Kurz vor Beendigung der Ausbildung ist eine Kündigung nur noch in ganz besonderen Ausnahmefällen möglich.
  • Bei verhaltensbedingten Kündigungen müssen Sie die Auszubildenen vor dem Aussprechen der Kündigung im Regelfall bereits wegen eines ähnlich gelagerten Fehlverhaltens des oder der Auszubildenden in der Vergangenheit abgemahnt haben. Bei schwerem Fehlverhalten (wie beispielsweise einem Diebstahl) können Sie die Kündigung im Einzelfall auch ohne vorherige Abmahnung aussprechen.
  • Der Ausbildungsbetrieb muss alle Möglichkeiten ausschöpfen, die zu einem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung führen könnten. Dazu zählt beispielsweise
    • die Auszubildenden in eine andere Abteilung zu versetzen,
    • die Ausbildung in einem Verbundbetrieb oder in einer außerbetrieblichen Bildungsstätte zu ermöglichen.

Die rechtlichen Voraussetzungen sind im Einzelfall kompliziert. Lassen Sie sich durch einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin beraten.

Unterlagen:

keine

Ablauf:

Sie müssen den Betriebsrat vor der Kündigung anhören. Die Kündigung muss schriftlich unter Angabe der Kündigungsgründe erfolgen.

Hinweis: Bei minderjährigen Auszubildenden müssen Sie die Kündigung gegenüber den gesetzlichen Vertretern (die Eltern) erklären. Allgemeine Informationen über die Formalien einer außerordentlichen Kündigung finden Sie im Kapitel "Kündigung durch den Arbeitgeber".

Bei behinderten Auszubildenden müssen Sie vor der Kündigung die Zustimmung des Integrationsamtes einholen.

Bei einer wirksamen Kündigung müssen Sie die Auszubildenden aus dem Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse abmelden. Ein Formular finden Sie beispielsweise auf den Seiten der Handwerkskammer. Außerdem müssen Sie Ihre Auszubildenden bei der Berufsschule und bei der Krankenkasse abmelden.

Frist:

Die Kündigung muss dem oder der Auszubildenden innerhalb von zwei Wochen nach Bekanntwerden des Fehlverhaltens zugehen.

Bei der Kündigung von Minderjährigen müssen die gesetzlichen Vertreter die Kündigung auch innerhalb dieser zwei Wochen erhalten.

Sonstiges:

Die Auszubildenden können sich gegen die Kündigung wenden. Besteht bei der zuständigen Stelle ein Schlichtungsausschuss, müssen sie zunächst dort die Durchführung der Schlichtung beantragen. Je nach Ausgang des Schlichtungsverfahrens können sie danach Klage beim Arbeitsgericht erheben.

Rechtsgrundlage:

Zuständige Ansprechpartner und Behörden:

Architektenkammer Baden-Württemberg
Danneckerstraße 54
70182 Stuttgart
Telefon: 0711 / 2 196-135
Fax: 0711 / 2196-121
info(@)akbw.de

Handwerkskammer Karlsruhe
Friedrichsplatz 4-5
76133 Karlsruhe
Telefon: 0721 / 1600-0
Fax: 0721 / 1600-199
info(@)hwk-karlsruhe.de

Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald

Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald
Dr.-Brandenburg-Straße 6
75173 Pforzheim
Telefon: 07231/201-0
Fax: 07231/201-158
service(@)pforzheim.ihk.de

Landesapothekerkammer Baden-Württemberg
Villastraße 1
70190 Stuttgart
Telefon: 0711 / 99347-0
Fax: 0711 / 99347-45
info(@)lak-bw.de

Landesärztekammer Baden-Württemberg
Jahnstraße 40
70597 Stuttgart
Telefon: 0711 - 769 89 0
Fax: 0711 - 769 89 50
info(@)laek-bw.de

Landestierärztekammer Baden-Württemberg
Am Kräherwald 219
70193 Stuttgart
Telefon: 0711 - 7 228 632 - 0
Fax: 0711 - 7 228 632 - 20
info(@)ltk-bw.de

Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg
70567 Stuttgart
Telefon: (0711) 2 28 45-0
Fax: (07 11) 2 28 45-44
info(@)lzk-bw.de

Notarkammer Baden-Württemberg
Friedrichstraße 9a
70174 Stuttgart
Telefon: 0711 30 58 77 0
Fax: 0711 30 58 77 69
info(@)notarkammer-baden-wuerttemberg.de

Rechtsanwaltskammer Tübingen
Christophstraße 30
72072 Tübingen
Telefon: 07071 / 99010 - 30
Fax: 07071 / 99010 - 510
info(@)rak-tuebingen.de

Regierungspräsidium Karlsruhe Regierungspräsidium Karlsruhe

Regierungspräsidium Karlsruhe
Schlossplatz 1-3
76131 Karlsruhe
Telefon: 0721/926-0
Fax: 0721/926-6211
poststelle(@)rpk.bwl.de

Steuerberaterkammer Nordbaden
Vangerowstrasse 16/1
69115 Heidelberg
Telefon: 06221/183077
Fax: 06221/165105
post(@)stbk-nordbaden.de

Lebenslagen:

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart hat dessen ausführliche Fassung am 13.09.2019 freigegeben.

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Kontakt

Stadtverwaltung Haiterbach | Marktplatz 1 | 72221 Haiterbach | Tel.: 07456 93880 | Fax: 07456 938839 | E-Mail schreiben